Und dann schieben wir gleich noch einen hinterher. Ist hier ja noch nicht diskutiert worden. Eine schöne Bustasche wurde in die Krämerstraße genau am Marktplatz-Center gebaut. Da passen jetzt locker drei Brummis hintereinander. Aber die Anwohner sind sauer. Denn die vollklimatisierten Touristentransporter verdunkeln ihnen die Küche oder andere Räumlichkeiten. Mehr dazu steht hier.

Auch unser Max Mosert, der zuvor ob seiner missverstandenen Tierliebe von besonders energischen Katzenliebhabern ganz schön angefaucht worden war, hatte sich diesem Thema gewidmet. Das soll hier noch einmal für die Nachwelt erhalten werden:
Es wird eng in Neubrandenburg. Und das nicht erst seitdem unser „Jahrhundertbauwerk“, die nicht mal 100 Meter lange Brücke „10. Jahrestag“ in der Demminer Straße, erneut herhalten muss. Nein, in der Zeitung stand, dass die Bewohner der Parterrewohnungen in der Krämerstraße regelmäßig deutlich mehr Nähe und Dunkelheit haben als ihnen lieb ist. Schuld daran sind die Reisebusse, die seit einigen Wochen dort an der Hauswand Rast machen. Wenn so drei, vier Boliden halten, kann es da angeblich schon mal eng werden.
Aber ich frage mich, was ist daran schlimm? Sonst schaut man dort doch auch nicht auf etwas wesentlich Attraktiveres. Zwar steht gegenüber das Marktplatz-Center – aber man glotzt nur auf den Seiteneingang, wo immer alle rauchen. Da bringen doch Reisebusse eine herrliche Abwechslung. Zumal für die Touristen jetzt alles wesentlich bequemer ist. Sonst standen sie Schlange vor dem kleinen, müffelnden Toilettenhäuschen. Jetzt können sie die Pinkelpause im Marktplatz-Center wie gewohnt in der Gruppe erledigen.
Außerdem hielten die Busse bis vor kurzem noch vor dem unansehnlichen Polizeigebäude – das ist ja nicht gerade ein guter Willkommensgruß. Jetzt können sie die architektonischen Säulen unserer Stadt – Marktplatz-Center, HKB und Radisson Hotel – fußläufig in drei Minuten erleben.
Ein Problem ist wohl auch noch, dass die Touristen nach dem Aussteigen sich gleich einen hinter die Binde kippen. Unschöne Sache. Da ist man von uns Neubrandenburgern oder deutschen Touristen auf Mallorca ein stilvolleres Benehmen gewohnt. So ein besoffener Mob, der dann durch unsere schöne Viertorestadt zieht, könnte vielleicht potenzielle Investoren oder sogar vernünftige Touristen verscheuchen. Im schlimmsten Fall saufen die noch Herbord von Raven unter den Tisch. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, habe ich auch zu meiner Frau gesagt.
Daher mein Vorschlag: Wir lassen die Touristen direkt auf dem Marktplatz raus. Die Busse spenden hier dann dringend benötigten Schatten und die Besucher können sich anschließend bei den Punks etwas zum Trinken kaufen. Dann haben die Punks eine geregelte Arbeit, der Herr Komning seine Ruhe und die Touristen werden gut und fachgerecht beraten. Die Fontänen gleich daneben stimulieren den Harndrang und kühlen müde Touri-Füße. Anschließend wird die Turmstraße mit drei Busladungen belebt und die Konjunktur kann kommen. In der Krämerstraße wird es dann wieder hell und so strahlt am Ende jeder. Ich glaube wieder an das Gute in der Welt.















