szmmctag

Archiv der Einträge: Juli, 2012
  • Dunkel war's der Mond schien helle...

    Und dann schieben wir gleich noch einen hinterher. Ist hier ja noch nicht diskutiert worden. Eine schöne Bustasche wurde in die Krämerstraße genau am Marktplatz-Center gebaut. Da passen jetzt locker drei Brummis hintereinander. Aber die Anwohner sind sauer. Denn die vollklimatisierten Touristentransporter verdunkeln ihnen die Küche oder andere Räumlichkeiten. Mehr dazu steht hier.

    Auch unser Max Mosert, der zuvor ob seiner missverstandenen Tierliebe von besonders energischen Katzenliebhabern ganz schön angefaucht worden war, hatte sich diesem Thema gewidmet. Das soll hier noch einmal für die Nachwelt erhalten werden:

    Es wird eng in Neubrandenburg. Und das nicht erst seitdem unser „Jahrhundertbauwerk“, die nicht mal 100 Meter lange Brücke „10. Jahrestag“ in der Demminer Straße, erneut herhalten muss. Nein, in der Zeitung stand, dass die Bewohner der Parterrewohnungen in der Krämerstraße regelmäßig deutlich mehr Nähe und Dunkelheit haben als ihnen lieb ist. Schuld daran sind die Reisebusse, die seit einigen Wochen dort an der Hauswand Rast machen. Wenn so drei, vier Boliden halten, kann es da angeblich schon mal eng werden.
    Aber ich frage mich, was ist daran schlimm? Sonst schaut man dort doch auch nicht auf etwas wesentlich Attraktiveres. Zwar steht gegenüber das Marktplatz-Center – aber man glotzt nur auf den Seiteneingang, wo immer alle rauchen. Da bringen doch Reisebusse eine herrliche Abwechslung. Zumal für die Touristen jetzt alles wesentlich bequemer ist. Sonst standen sie Schlange vor dem kleinen, müffelnden Toilettenhäuschen. Jetzt können sie die Pinkelpause im Marktplatz-Center wie gewohnt in der Gruppe erledigen.
    Außerdem hielten die Busse bis vor kurzem noch vor dem unansehnlichen Polizeigebäude – das ist ja nicht gerade ein guter Willkommensgruß. Jetzt können sie die architektonischen Säulen unserer Stadt – Marktplatz-Center, HKB und Radisson Hotel – fußläufig in drei Minuten erleben.
    Ein Problem ist wohl auch noch, dass die Touristen nach dem Aussteigen sich gleich einen hinter die Binde kippen. Unschöne Sache. Da ist man von uns Neubrandenburgern oder deutschen Touristen auf Mallorca ein stilvolleres Benehmen gewohnt. So ein besoffener Mob, der dann durch unsere schöne Viertorestadt zieht, könnte vielleicht potenzielle Investoren oder sogar vernünftige Touristen verscheuchen. Im schlimmsten Fall saufen die noch Herbord von Raven unter den Tisch. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, habe ich auch zu meiner Frau gesagt.
    Daher mein Vorschlag: Wir lassen die Touristen direkt auf dem Marktplatz raus. Die Busse spenden hier dann dringend benötigten Schatten und die Besucher können sich anschließend bei den Punks etwas zum Trinken kaufen. Dann haben die Punks eine geregelte Arbeit, der Herr Komning seine Ruhe und die Touristen werden gut und fachgerecht beraten. Die Fontänen gleich daneben stimulieren den Harndrang und kühlen müde Touri-Füße. Anschließend wird die Turmstraße mit drei Busladungen belebt und die Konjunktur kann kommen. In der Krämerstraße wird es dann wieder hell und so strahlt am Ende jeder. Ich glaube wieder an das Gute in der Welt.

  • Es hat sich ausgeorgelt

    Nach dem altsozialistischen Motto "Weniger schaffen Mehr" wollen wir heute doch mal wieder ein paar Kohlen nachlegen. Sonst bekommt der Blog-Leser noch den Eindruck, in der Viertorestadt wäre nix mehr los. Zumindest die Komorane am Tollensesee können sich indes wieder in Ruhe ihre Schnäbel putzen. Keine Seeorgel wird ihnen mit ihren Schallwellen ins Gefieder fahren. Ideengeber Peter Bauer hat seine Pläne endgültig ad acta gelegt. Oder sagt man versenkt? Mehr dazu steht hier.

  • Freund, Feind, Facebook-Freund


    Ein paar Wochen nach dem eigentlichen Anlass haben es die Sylvia B. und ihre Facebook-Freunde-Auslegung auch in die FAZ geschafft. Frank Pergande hat für die Bildungsbürgerelite zusammengefasst, was im beschaulichen Mecklenburg vor Polen so unter Kampfnächten verstanden wird.

  • Preisverfall für Neubrandenburger Eigenheime gestoppt

    Eigenheim

    Die Mecklenburgische Seenplatte gehört laut aktuellem Kaufpreisspiegel der Landesbausparkasse Ost (LBS) auch in diesem Jahr nicht zu den Regionen des Landes, in denen sich die Immobilienpreise auf dem Höhenflug befinden. Allerdings zeigt auch hier der Pfeil nach Jahren sinkender Erlöse beim Hausverkauf wieder leicht nach oben – zumindest in den Städten Neubrandenburg, Waren und Neustrelitz, die von der LBS untersucht wurden. Nicht berücksichtigt wurde Demmin mit einer Einwohnerzahl von unter 20 000 Menschen.

    Bei den gebrauchten Einfamilienhäusern als Gradmesser für den Immobilienmarkt spielt Neubrandenburg inzwischen im oberen Mittelfeld in MV. Kunden sind bereit, in der Viertorestadt für etwa 120 Quadratmeter Wohnfläche inklusive Garage und ortsüblichem Grundstück rund 170 000 Euro hinzublättern. Das sind 30 000 Euro mehr als vor zwei Jahren. In Rostock, dem teuersten Pflaster in Mecklenburg-Vorpommern, kostet ein vergleichbares Haus etwa 50 000 Euro mehr.

    Den Anstieg führt die LBS unter anderem darauf zurück, dass die Nachfrage nach Eigenheimen deutlich größer geworden ist als das zur Verfügung stehende Angebot. Das wirke sich inzwischen auch auf die Preise in den Speckgürteln aus.

    Mehr zum Thema hier

  • Sex, Drugs, Olympia und NB

    Wie denkt man eigentlich außerhalb unserer geliebten Sportstadt über unser Neubrandenburg? Und was machen unsere Olympia-Helden vor Ort nach ihrem Training, wie feiern sie nach dem Wettkampf?

    Ein Autor der "Welt" hat sich unter der Überschrift "Sex, Drugs & Olympia" da so seine ganz eigenen Gedanken gemacht und Antworten von Hope Solo bekommen:

    Beim Gedanken an den typischen Olympioniken taucht ja in etwa folgendes Bild auf: Bewundernswert fokussierter, aber oft etwas verbiesterter Menschenschlag, bevorzugt aus China, Russland oder Neubrandenburg, kämpft alle vier Jahre um ein paar Minuten des Ruhms und opfert dafür alles, was schön ist im Leben.

    (Vielen Dank an Hagen Schäfer für seinen Hinweis auf Facebook)

  • 3-Viertel-Report: Neue Zensurvorwürfe ans Rathaus

    Der Streit um einen zensierten Leserbrief in der Neubrandenburger Stadtteilzeitung „3-Viertel-Report“ hat ein Nachspiel. Der Landesverband des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) widmet dem Thema in der aktuellen Ausgabe seines Magazins „Kiek an“, die in der kommenden Woche erscheint, dem Thema ganze drei Seiten.

    Unter anderem nimmt hier auch Professor Dr. Ernst Fricke zu dem Thema Stellung. Fricke ist Rechtsanwalt und Lehrbeauftragter für Medienrecht an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstatt. Auch an der Hochschule Neubrandenburg kennt man ihn als Dozenten.

    Nach seiner Auffassung hat das Rathaus mit seinem Verbot eines Leserbriefs in dem mit öffentlichen Geldern finanzierten „Drei-Viertel-Report“ das Grundrecht auf Pressefreiheit eingeschränkt. Die Stadt habe jede Einflussnahme auf das Produkt zu vermeiden – auch wenn sie es mitfinanziert.

    Mehr zum Thema in unserer Sonnabendausgabe!

  • Junge Union und JuLis aus NB lehnen CDU-Pläne für ein schärferes Ausgehverbot für Jugendliche ab

    Wenn es nach der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder geht, sollen Jugendliche unter 16 Jahren sich nach 20 Uhr nicht mehr auf öffentlichen Veranstaltungen aufhalten dürfen, wo Alkohol ausgeschenkt wird. Das Familienministerium will damit dem Komasaufen entgegenwirken. Auch beim Viertorefest wäre dann beispielsweise für die unter 16-Jährigen um 20 Uhr Schluss.

    Die Jungen Liberalen (Julis) finden es richtig, dass eine Diskussion geführt wird, wie der Alkoholmissbrauch eingedämmt werden kann. „Die Vorschläge der Ministerin lehnen wir aber strikt ab“, sagt Nico Schwark, Juli-Kreisvorsitzender der Mecklenburgischen Seenplatte. Durch ein strengeres Ausgangsverbot könne das Problem nach Einschätzung der Liberalen nicht gelöst werden.

    „Wir sind überzeugt, dass die vorhandenen Gesetze und Regelungen ausreichend sind, um einen Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen zu verhindern. Jedoch gibt es immer noch zu viele negative Beispiele, auch in Neubrandenburg, an denen deutlich wird, dass die vorhandenen Gesetze nicht eingehalten werden“, kritisiert Nico Schwark und fordert, Verstöße gegen die Gesetze stärker zu ahnden und bessere Kontrollen einzuführen, um Verstöße aufzudecken.
    Auch in der eigenen Partei werden die Pläne der Familienministerin abgelehnt.

    Als völlig falschen Weg bezeichnet der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Stephan Bunge, das Vorhaben. "Zum einen schränkt das Jugendschutzgesetz schon jetzt den Ausschank von Alkohol an Jugendliche ein, sodass es eigentlich keiner neuen Gesetze bedarf. Zum anderen denken wir nicht, dass durch Ausgehverbote Alkoholexzesse unterbunden werden. Im Zweifel betrinkt man sich eben an anderen öffentlichen Plätzen oder zu Hause“, sagt Bunge. Die Erziehung von Kindern und Jugendlichen sei nach Meinung der Jungen Union zunächst Aufgabe der Eltern und nicht Aufgabe des Gesetzgebers.

    Die Julis fordern, dass über Schulen, aber auch generell in der Öffentlichkeit, eine neue Form der Aufklärung darüber stattfinden müsse, welche Folgen Alkohol haben kann. „Wir setzen dabei nicht unbedingt auf Abschreckung. Viel mehr müssen wir, und da ist dann nicht nur der Staat sondern wir alle als Gesellschaft gefragt, den Jugendlichen ein neues Bild aufzeigen: Alkohol ist nicht der Grund, um an öffentlichen Großveranstaltungen teilzunehmen. Viel wichtiger ist das friedliche Beisammensein vieler Menschen und die Freude an der Veranstaltung“, sagt Nico Schwark.

  • Anwältin geht auch in Berufung

    Das Gerichtsverfahren wegen Untreue gegen eine Neubrandenburger Anwältin geht voraussichtlich in die nächste Instanz. Fristgerecht bis zum Montagabend hatten Staatsanwaltschaft und auch die verurteilte Rechtsanwältin Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichtes eingelegt, wie ein Sprecher am Dienstag mitteilte. Damit werde sich die Berufungskammer des Landgerichtes mit dem Fall befassen. Das berufsrechtliche Verfahren gegen die Anwältin durch die Generalstaatsanwaltschaft ruht damit vorerst.

    Das Amtsgericht hatte die Juristin zu rund 21 000 Euro Geldstrafe verurteilt, weil sie das Ersparte einer von ihr betreuten Rentnerin veruntreut habe. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte, und eine Geldstrafe verlangt, die Verteidigung wollte einen Freispruch erreichen.

    Die Anwältin hatte 2006 rund 40 000 Euro gegen den Willen der damals 82-Jährigen und ohne Genehmigung der Rechtspflege vom Sparbuch abgehoben. Das Geld legte die Anwältin für zehn Jahre bei der Finanzfirma ihres Ehemannes fest an. Grund sollen angeblich höhere Zinsen gewesen sein. Die inzwischen 88 Jahre alte Betroffene hat bisher erst rund die Hälfte des Geldes zurückerhalten.

  • Landrat zieht beide Wappen-Entwürfe zurück

    "Wir machen nichts, was uns in Verbindung zu Nazis bringen könnte“, sagte Landrat Heiko Kärger (CDU) heute bei einem Gespräch in den Räumen der Neubrandenburger Lokalredaktion des Nordkurier. Deswegen ziehe er die Entwürfe für die Wappen für den neuen Großkreis Mecklenburgische Seenplatte zurück. Die Vorschläge, die in der vergangenen Woche vorgestellt worden waren, hatten für Wirbel und Diskussionen gesorgt. Insbesondere das Motiv eines Adlers mit einem Fisch in den Krallen wird auch in der rechtsextremen Szene als antichristliches Symbol genutzt. Er frage sich, warum dieses Adlermotiv nicht auf den Widerspruch des Landeshauptarchivs gestoßen sei, das Wappen genehmigen müsse.

    Kärger hat nach eigener Auskunft die Warener Grafikerin Barbara Müller-Wolf beauftragt, komplett neue Entwürfe anzufertigen. Im Wappen solle nichts enthalten sein, was in den früheren Landkreisen verwendet worden sei. Zudem müssten sich nach seinen Vorstellungen die Regionen Mecklenburg und Vorpommern gut sichtbar wiederfinden. Er bleibe bei dem Zeitplan, das Wappen der Seenplatte auf dem nächsten Kreistag Anfang September zur Abstimmung zu stellen.

    Mehr zum Thema am Mittwoch im Nordkurier!

  • Adler fängt Fisch - ein antichristliches Symbol für den Landkreis?

    SEEADLER

    Im Land der tausend Seen ist es nur naheliegend, dass sich im Wappen der Fischadler wiederfindet. So zierte der stolze Greifvogel auch schon das Wappen des ehemaligen Müritzkreises. Darum hat die Warener Grafikerin Barbara Müller-Wolf ihn ebenfalls in die Entwürfe des Wappens für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte eingearbeitet. Dass der fliegende Adler, der einen Fisch in seinen Krallen trägt, vielleicht bald auf amtlichen Stempeln, Faltblättern oder Autokennzeichen zu sehen ist, sorgt jetzt aber für Wirbel und Diskussionen.

    Denn das Motiv steht nicht nur für ein Naturschauspiel. Der Adler mit dem Fisch in der Kralle ist auch ein so genanntes neopaganistisches Zeichen, das die Ablehnung gegenüber dem Christentum symbolisieren soll. Im Januar 2003 ließ sich die neonazistische Vereinigung „Die Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung e.V.“ durch ihren damaligen Vorsitzenden Jürgen Rieger beim Deutschen Patent – und Markenamt das Symbol als Bildmarke unter der Nummer 30238105 bis zum 31. Juli 2012 sichern. Der 2009 verstorbene Rieger war Multifunktionär der rechtsextremen Szene, Holocaustleugner und Hauptorganisator des Rudolf-Heß-Gedenkmarsches. Auch das bei Neonazis beliebte Modelabel Thor Steinar verwendete das Symbol auf Kapuzenpullovern mit der Aufschrift „No Inquisition“.

    In den rechtsextremen Organisationen in der Region werde das Zeichen nicht verwendet, informiert Manuela Becker vom Regionalzentrum für demokratische Kultur. „Wir sehen die Verwendung des Zeichens aber als problematisch an. Gerade im Bezug auf den Tourismus sollte gut überlegt werden, inwiefern dieses Zeichen im Wappen Zweifel an der Willkommenshaltung des Landkreises aufkommen lassen könnte und ob nicht auch ein weniger kritisches Symbol für das Wappen verwenden werden kann“, sagt Manuela Becker.

    Auch Regionalpastor Jörg Albrecht äußert Bedenken. „Das Wappen enthält eine starke Missverständlichkeit. Man muss sich Gedanken machen, ob man das einkalkuliert oder besser ausweicht“, sagt Jörg Albrecht. In der gegenwärtigen Lage würde er dazu tendieren, den Entwurf so zu verändern, dass vielleicht kein Fisch in den Krallen ist. „Es wäre unangemessen, wenn man das Wappen bei der nächsten Nazidemo auf einer Fahne sehen würde“, sagt Albrecht.

    Am Dienstag im Nordkurier

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