szmmctag

Archiv der Einträge: Juni, 2012
  • Spektakulärer Mordfall war eine Beziehungstat - Täter beging Selbstmord

    Der Aufsehen erregende Mordfall vom Tollensesee ist aufgeklärt. Das Opfer sei eine 68-jährige Frau aus der Neubrandenburger Oststadt, der Täter ihr 69-jähriger Ehemann, erklärten heute Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler und der Leiter der Neubrandenburger Mordkommission, Frank Taggesell. Zum Jahreswechsel waren Teile ihres Leichnams im Tollensesee und im Mühlenteich aufgefunden worden. Die Mordkommission fahndete seitdem unter Hochdruck und großem Aufwand nach dem Täter, unter anderem mit einem Massengentest. Dieser war es wohl auch, der den 69-jährigen Rentner letztlich so unter Druck setzte, dass er sich in seiner Garage durch Autoabgase das Leben nahm.

    Am vergangenen Donnerstag fanden Feuerwehr und Polizei dort seine bereits stark verweste Leiche, ein Nachbar war auf den Fäulnisgeruch aufmerksam geworden. Möglicherweise lag der Mann dort bereits seit April. In seinem Wohnzimmer lag unter dem Datum vom 11. April eine aufgeschlagene TV-Zeitschrift. Seiner Einladung zum Massengentest am 12. April war der 69-Jährige nicht gefolgt.

    Die Arbeit der Ermittler ist noch nicht beendet. Der Kopf der Frau ist noch nicht gefunden. Auch zum genauen Motiv und den näheren Tatumständen – beispielsweise wo er sie auf welche Weise tötete und ihren Leichnam zerteilte – sei noch nichts bekannt. Sicher sei jedoch seit heute früh, dass seine DNA mit jener, die an den Tüten mit den Leichenteilen gefunden wurde, übereinstimme. Die Überprüfung der DNA seiner Frau sei noch zu 100 Prozent nicht abgeschlossen, es gebe aber keinen vernünftigen Zweifel daran, dass sie das Opfer sei.

    Der Mann habe im Wohnzimmer einen Abschiedsbrief hinterlassen, mit dem er die Tat gestanden habe, so Zeisler. Darin habe er unter anderem geschrieben, dass er „nicht das Monster“ sei, für das man ihn in der Öffentlichkeit halten müsse. Er habe seine Frau geliebt. Im Brief habe er auch angedeutet, dass seine Frau Schmerzen gehabt habe und nicht mehr ins Krankenhaus wollte. Zudem habe sie ein altes Versprechen eingefordert, ihr bis in den Tod hinein zu folgen.
    Ob diese Angaben richtig sind, wisse man noch nicht. Objektiv habe man bislang kein passendes Krankheitsbild feststellen können.

    Mehr zum Thema in unserer Donnerstagsausgabe und unter www.nordkurier.de

  • Neubrandenburger Modelle erfreuen Usedom-Touristen

    IMG_4484

    Nanu, das kommt einem doch bekannt vor: Rings um die Touristenattraktion „Die Welt steht Kopf“ in Trassenheide stehen zehn Miniaturbauwerke, die der Werkstatt des Neubrandenburger Arbeitslosenverbandes entstammen.

    Allerdings haben diese nichts mit der Aufgabe des Neubrandenburger Modellparks im Herbst vergangenen Jahres zu tun, erklärt Cornelia Paul von „Die Welt steht Kopf“. Man habe die zehn Modelle, alles bekannte Bauwerke aus dem Land, bereits im März 2009 von den Neubrandenburger Erbauern erworben, um damit den Tourismusmagneten zu bereichern. „Die kommen auch gut bei den Besuchern an“, sagt sie.

    In der Seenplatte ist nichts vergleichbares mehr zu sehen: Dieter Murawski, Vorsitzender des Arbeitslosenverbandes, hatte sich vor Ort um Abnehmer für die rund 250 Miniaturbauwerke bemüht, aber niemanden gefunden. Am Ende landeten die Modelle in der Gemeinde Kalkhorst im Klützer Winkel.

    Foto: Die Neubrandenburger Johanniskirche in Miniaturformat vor der Touristenattraktion „Die Welt steht Kopf“. In dem Haus kommt man sich vor wie eine Stubenfliege an der Decke. Oben und unten sind mit viel Liebe zum Detail komplett vertauscht. (Segeth)

  • Unterhaltungsprogramm für selbstgerechte Neonazis

    Hier vorab der morgige Leitartikel unseres Chefredakteurs Michael Seidel:

    Wenn Demokraten nicht in der Lage sind, auf vernünftige Weise einen Meinungsstreit auszutragen, frohlocken die Salonfaschisten. Nachzulesen im Web.
    Dass die Abgeordnete Bretschneider gerade wegen ihres hohen Amtes mit ihrer Facebook-Aktion gut beraten war, kann man wirklich nicht sagen. Ein einsichtiges Diskussionsangebot an die Betroffenen ihres sozialen Netzwerkens wäre gewiss nützlicher als die jetzige Konfrontation.

    Doch auch ihre „Opfer“ und Kritiker lassen einiges vermissen: Zunächst mal jenen Stil, den sie einfordern. Stattdessen ätzende Häme und Beschimpfungen. Und dann fehlt auch der Hauch einer selbstreflektierenden Auseinandersetzung mit dem Fakt, dass Nazis die Bühne der Fight-Nights gezielt nutzen, um öffentlich Akzeptanz zu gewinnen, und dass ein erklecklicher Teil der Zuschauer ihnen dafür unverhohlen applaudiert. Wer den Argumentationsstrang bedient: „Solange MMA in Deutschland zugelassen ist, spricht nichts dagegen, Geschäft damit zu machen“, ist auf demselben Gleis wie jene Wahlbürger, die sagen: „Solange die NPD in Deutschland zugelassen ist, ist sie auch wählbar.“

    Fataler Trugschluss beider Argumentationen: Weder muss in Deutschland (im Sinne einer politischen Erlaubnis) irgendeine Partei „zugelassen“ werden, noch irgendeine Art von Event. Mehr ist MMA nicht. Der Rechtsstaat stellt eine andere Hürde auf: Um etwas aktiv zu „verbieten“, muss der Nachweis erbracht werden, dass es gegen die Verfassung oder Gesetze verstößt.

    Hinsichtlich des Umgangs mit Rechtsextremismus wie auch mit umstrittenen „Sport“–Arten kann sich also niemand auf irgendwelche staatlichen Erlaubnisse zurückziehen, sondern muss höchst persönlich oder eben als politische Organisation Farbe bekennen. Und da ist es schon einigermaßen absurd, dass eine Partei auf Landesebene MMA ganz böse findet und am liebsten verbieten will, aber ausgerechnet jener Stadt- und Kreisverband, auf dessen Terrain das Böse veranstaltet wird - und aus dem auch die Landesspitzen dieser Partei stammen - stellt sich gegen die Linie der Partei. Das ist definitiv kein Sommerloch-Thema - sondern bedürfte einer vernünftigen, öffentlichen, demokratischen Debatte.

  • Facebook-"Freundschaft" wird zu Politikum

    Die Freundesliste von Frank Benischke liest sich wie das Who’s Who der Viertorestadt. Kaum einer fehlt und auch eine Menge Personen sind gelistet, die man dort vielleicht nicht vermutet hätte, wie Michael Nötzel, Michael Stieber (SPD) und Enrico Komning (FDP). Mit Steffen May (FDP), Roman Oppermann (SPD) und Manfred Achtenhagen (Bündnis 90/ Grüne) hat der Politiker Benischke „Freunde“ in fast allen Lagern. Auch der Geschäftsmann Benischke ist offen für Facebookfreundschaften mit Angestellten wie Pal Eichmann oder „Konkurrenten“ wie René Gansewig. Dass aber auch Stephan Kreienbrink, Veranstalter der Fight Night, zu der 159 Personen langen Freundesliste gehört, gefällt Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) nicht.

    Über ihren Verteiler hat sie unter anderem Innenminister Lorenz Caffier, Oberbürgermeister Paul Krüger, Stadtpräsident Günter Rühs, viele Parteifreunde und auch die Medien über diese Facebook-Freundschaft informiert. Frank Benischke stand nicht in dem Verteiler, hat dies aber dennoch mitbekommen und "es gefällt ihm nicht", schreibt Ingmar Nehls in der Montagsausgabe des Nordkurier.

    Er sieht sich mit dieser Aktion in die Nähe von Rechtsextremen gerückt. „Dagegen verwahre ich mich ausdrücklich“, schreibt Benischke in einer öffentlichen Mail an die Landespolitikerin. „Mein Facebook-Profil nutze ich dazu, Informationen, meine persönliche Meinung und anderes zu Dingen, die ich für die Allgemeinheit für interessant halte, zu veröffentlichen und zu diskutieren. Insofern beantworte ich Facebook-Kontaktanfragen in der Regel positiv, es sei denn, der Anfragende ist einschlägig vorbestraft“, erklärt Benischke.

    Als Grund für die Rundmail vermutet Benischke seine Ablehnung des Antrags im Kreistag, den Kampfsport Mixed Martial Arts zu verbieten. Er erwartet eine Entschuldigung und spart nicht mit harten Worten: „Ihr Charakter lässt zu wünschen übrig. Dass Sie in denunziantischer Art hinter meinem Rücken solche Mails [...]versenden, mich selbst dabei jedoch auslassen, offenbart massive charakterliche Schwächen Ihrerseits, die mich stark darüber nachdenken lassen, mit welcher moralischen Rechtfertigung Sie die Ihnen anvertrauten hohen öffentlichen Ämter führen“.

    Sylvia Bretschneider hat heute auf den Brief von Benischke reagiert und weist die Vorwürfe zurück. „Ich habe weder behauptet, dass Sie dem Rechtsextremismus zugewandt seien, noch habe ich behauptet, Herr Kreienbrink sei Rechtsextremist. Wenn Sie sich allein durch die Bekanntmachung des Umstandes, dass sich Herr Kreienbrink auf Ihrer Facebook-Freundesliste befindet, in die Nähe zum Rechtsextremismus gerückt fühlen, müssten Sie ja implizieren, dass Herr Kreienbrink Rechtsextremist sei“, schreibt sie. Ihr sei durchaus klar, dass die Facebook-Freundesliste nicht der Liste der tatsächlichen Freunde entspreche, aber durchaus aufschlussreich sei. Zudem wirft sie Benischke vor, er hätte sich mit dem Thema Fight Night nicht ausreichend beschäftigt.

  • Back to the roots

    Vor knapp 18 Jahren stattete die Kelly Family der Viertorestadt wieder mal einen Besuch ab, nicht ihr erster. Und es war tatsächlich jemand mit der Vidschokamera auf dem Marktplatz dabei.
    Ein Mitglied dieser singenden, klingenden Familie kommt nun in diesem Jahr wieder an die alte Wirkungsstätte zurück und will erneut den Marktplatz beben lassen. Maite Kelly, die inzwischen als hüftschwingende Parket-Fee bei der Tanzshow "Let's dance" für Furore gesorgt hat, ist als Stargast des diesjährigen Vier-Tore-Festes angekündigt. Die Erwartungen an das diesjährige bunte Treiben zwischen den Toren müssten keineswegs zurückgeschraubt werden, auch wenn die NDR-Sommertour dieses Mal nicht in Neubrandenburg Station mache, zeigte sich VZN-Geschäftsführerin Barbara Schimberg überzeugt.

  • Betreuerin wegen Untreue vor Gericht

    Seit heute muss sich eine Rechtsanwältin aus einem Dorf bei Neubrandenburg vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der 50-Jährigen vor, ihren Betreuungsauftrag zum Nachteil einer heute 88-jährigen Neubrandenburgerin missbraucht zu haben. Sie selbst äußerte sich bei der Verhandlung nicht zu den Vorwürfen.

    Die Vorwürfe des Staatsanwaltes Andreas Lins wogen umso schwerer. Am 9. März 2006 sei die Anwältin vom Amtsgericht Neubrandenburg zur Berufsbetreuerin für die damals 82-jährige Edith J. bestellt worden. Bereits einen Monat später, am 21. April 2006, habe sie im Namen von Edith J. einen Darlehensvertrag mit der Finanzfirma ihres Mannes geschlossen. Laut Vertrag gewährte Edith J. diesem Unternehmen einen Kredit über 40 000 Euro – nahezu das gesamte Vermögen der alten Dame.

    Noch am Tag des Vertragsschlusses holte die Betreuerin das Geld vom Sparbuch ab und zahlte es in bar auf ein Firmenkonto ihres Mannes, sagte Staatsanwalt Andreas Lins. Eine für einen solchen Darlehensvertrag nötige Gestattung durch das Vormundschaftsgericht habe nicht vorgelegen.

    Innerhalb kürzester Zeit sei das Geld verbraucht worden – vor allem für Gehaltszahlungen an den Ehemann, für Sozialversicherungsabgaben und Mietzahlungen an sich selbst. Die Firma hatte ihren Sitz an der Neubrandenburger Kanzleiadresse. Das Geld von Edith J. sei weder als Kapitalanlage verwendet noch sei es korrekt in der Finanzfirma ausgewiesen worden. Später sei die Firma verkauft worden, dann ging sie in Insolvenz.

    Das Darlehen sei weder „mündelsicher“ noch gestattungsfähig gewesen, erklärte Andreas Lins. Erst nach zehn Jahren, wenn Edith J. 93 Jahre alt wäre, sollte sie eine Rückzahlung des Darlehens beanspruchen können.

    Die Betreute wehrte sich aber gegen diese Verwendung ihres Geldes – sie wollte ihr Sparbuch zurück, sagte sie heute als Zeugin aus. Seit 2007 hat sie eine andere Betreuerin. Ein Zivilverfahren endete mit einem Vergleich: Edith J. erhält das Geld nun in Ratenzahlungen zurück.

    Der Rechtsanwältin sei die Unrechtmäßigkeit ihres Handelns sehr bewusst gewesen, sagte Lins. Dafür hätten einige Verschleierungshandlungen gesprochen, mit denen sie das Vormundschaftsgericht über die wahre Verwendung des Geldes täuschen wollte.

    Heute wurden nicht nur die neue Betreuerin, sondern auch eine Richterin sowie zwei Rechtspflegerinnen als Zeuginnen gehört. Eine der Rechtspflegerinnen, die das Betreuungsverfahren von Anfang an betreut hatte, konnte sich an nichts erinnern.

    Ihre Kollegin, die mit der Angelegenheit später zu tun hatte, machte allerdings widersprüchliche Angaben. Laut Polizeiprotokoll habe sie bei einer Anhörung ausgesagt, dass ein solches Darlehen weder genehmigungsfähig noch mündelsicher sei, hielt ihr der Staatsanwalt vor. Gestern bestritt sie aber nicht nur diese Aussage, sondern vertrat auch eine andere Auffassung, was für ein gewisses Erstaunen beim Staatsanwalt sorgte. Anfang Juli wird der Prozess fortgesetzt.

  • Grüne: Stadt sollte mehr Lust aufs Radeln machen!

    Nicolas Mantseris, Sprecher der hiesigen Bündnis-Grünen, hält eine Steigerung der Radfahrerquote um rund 15 Prozent durchaus für machbar. Vor allem auf Innenstadtstrecken bis sechs Kilometer sei das Rad gegenüber dem Auto unschlagbar und das bei Null-Luftverschmutzung. „Damit die Neubrandenburger mehr Lust aufs Radeln bekommen, muss die Stadt jedoch die Rahmenbedingungen weiter verbessern und beispielsweise das 1998 beschlossene Radwegekonzept fortschreiben“, erklärte Mantseris gestern Abend bei der Ortsverbandsversammlung.

    Hintergrund des Ansinnens ist das von seiner Fraktion anregte Klimaschutzkonzept. Auch die Viertorestadt habe ihren Anteil an der Kohlendioxid-Reduzierung zu leisten, so die Forderung der Bündnis-Grünen. Obwohl aus Sicht der Umweltpartei in der Stadt vieles in puncto Radeln auf den Weg gebracht worden ist, findet sich immer wieder Kritikwürdiges.

    So werde der Stellenwert des Radverkehrs an Baustellen zu gering eingeschätzt. Radfahrer absteigen, sei häufig das Einzige, was der Verwaltung einfalle, hieß es. Der Ortsverband spricht sich zudem für mehr Respekt und Rücksichtnahme unter allen Verkehrsteilnehmern aus. Auch dem Umsteigen vom Autos aufs Fahrrad oder andere Verkehrsmittel soll mehr Bedeutung beigemessen werden. Hier seien, wie es hieß, intelligente Lösungen gefragt.

    Die Grünen arbeiten gegenwärtig an einer Art digitaler Kritikerfassung. „Ab Mitte August schalten wir eine Webseite, auf der Radler, ihre Probleme mit Verkehrsführungen, Gefahrenstellen, Radwegemängeln und anderen Schwachstellen eintragen, aber auch Anregungen zum besser machen geben können“, informierte Jutta Wegner, Sprecherin des Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte.

    Mehr zum Thema in unserer Donnerstagsausgabe!

  • Frischfleisch auf Abwegen

    Aus der Kategorie: Die Bullisssei hatss au nich leich

    unter Nichtbeachtung der schwierigen Arbeits-und Lebensbedingungen ungarischer Lkw-Fahrer

    Trunkenheitsfahrt auf der BAB 20 mit einem 40 Tonner

    Am 08.06.2012, gegen 01.50 Uhr meldete ein Anrufer der Einsatzleitstelle des PP Neubrandenburg einen Sattelzug auf der BAB 20, der in Schlangenlinie über die gesamte Breite der Richtungsfahrbahnen fährt. Eine sofort eingesetzte Streife des AVPR Altentreptow konnte den gesuchten Sattelzug zwischen den Anschlussstellen Neubrandenburg Nord und Ost, halbseitig auf der Lastspur und dem Standstreifen abgestellt, feststellen.

    Die weitere Überprüfung ergab, dass der 46-jährige ungarische Fahrzeugführer in seinem Fahrzeug schlief und sehr stark alkoholisiert war.

    Aufgrund des Alkoholisierungsgrades gelang es dem Mann nicht, das Atemalkoholmessgerät zu beatmen. Erst nach fünf Stunden war er dazu in der Lage.

    Der Atemalkoholtest ergab zu diesem Zeitpunkt einen Wert von 2,15 Promille.

    Der Sattelzug gehört einer ungarischen Spedition und hatte kühlgelagertes Frischfleisch für Finnland geladen. Der Geschäftsführer der Spedition wurde informiert und dieser veranlasste, dass das Fahrzeug durch ein finnisches Unternehmen abgeholt wird, damit die Ware auch noch ihren Bestimmungsort erreicht.

  • Vorerst kein neuer Schiffsanleger für Bornmühle

    Der geplante Neubau eines Schiffsanlegers in Bornmühle ist nach Angaben von Vize-Oberbürgermeister Harald Walter gescheitert. Zwar war die Finanzierung des neuen Steges an sich bereits gesichert: Die Stadt als Eigentümerin des Tollensesees, der Landkreis, die Gemeinde Groß Nemerow und das Hotel Bornmühle hatten unter Zuhilfenahme von Leader-Fördermitteln die 308 000 Euro für den Neubau gemeinsam eingeplant. Allerdings sei es nicht gelungen, die 117 000 Euro für die nötige Ausgleichsmaßnahme – in Rede stand der Abriss des alten Anlegers in Nonnenhof – zu finanzieren.

    Der Geschäftsführer des Hotels Bornmühle, Richard Wiegert, zeigte sich heute enttäuscht, aber keineswegs überrascht. Dieses Ende habe sich bereits seit einiger Zeit angedeutet. Es sei kein Wunder, dass sich am Tollensesee touristisch nichts entwickle, wenn es nicht gelinge, sich zu vernetzen und selbst solche Projekte auf unterstem Niveau zustande zu kriegen, kritisierte er. Seit 15 Jahren wehe dem Hotel Bornmühle in dieser Beziehung eine „steife Brise“ entgegen. Er sei aber selbstverständlich bereit, einen neuen Vorstoß zu unterstützen.

    Mehr zum Thema am Sonnabend im Nordkurier!

  • Second-Hand-Orgel für die Konzertkirche?

    ORGELENTWURF_NBS

    Der erste Bauabschnitt ist vor über zehn Jahren mit der Eröffnung der Konzertkirche abgeschlossen worden. Der zweite steht noch aus. Zu dem gehört der Einbau einer Konzertorgel, für die die Kosten auf 1,5 bis 2 Millionen Euro geschätzt werden. Seit rund fünf Jahren sammeln der Freundeskreis Philharmonie/Marienkirche und das Veranstaltungszentrum dafür Spenden.

    Etwa 120 000 Euro sind bisher zusammen gekommen, sagt Thomas Riemer von der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft (KEG). Wenn die Summe allerdings in diesem Tempo weiterwächst, werden noch viele Jahre bis zur Realisierung ins Land gehen. Deshalb müsse „in den nächsten sechs Monaten eine Entscheidung fallen, wohin die Reise gehen soll, das ist man auch den Spendern schuldig“, so Riemer. Zu entscheiden sei, ob man an einer neuen Orgel festhalte oder nach einer bereits errichteten und anderswo wieder ausgebauten Ausschau halte.

    Riemer persönlich hält es auch nicht für ausgeschlossen, dass am Ende festgestellt werden müsse, dass das Projekt gar nicht finanzierbar sei. „Aber diese Option zieht derzeit keiner der Beteiligten in Erwägung“, sagt er. Laut Vereinbarung zwischen Stadt und Freundeskreis sollte schon bis Ende 2011 ein Maßnahme- und Finanzierungskonzept für die Königin der Instrumente vorliegen. Die anhaltenden Diskussionen um die Theater- und Orchesterlandschaft im Land erschweren die Pläne zusätzlich. „Das heißt aber keinesfalls, dass wir das Ziel Orgel aufgeben“, betont Axel Tiemann, Vorstandsvorsitzender des Freundeskreises. Man müsse einen langen Atem haben.

    Für Thomas Riemer ist jetzt vor allem wichtig, dass sich Stadt, Freundeskreis und KEG Fachleute wie Orgelbauer und Organisten ins Boot holen. Anders könne nicht entschieden werden, ob auch eine „gebrauchte“ Orgel in Frage kommt. Nach Riemers Kenntnisstand gibt es in Deutschland eine ganze Reihe von Orgeln, die abgebaut wurden. Ein Exemplar in Essen wurde schon beguckt. Es entspricht allerdings gar nicht den Vorstellungen des Konzertkirchen-Architekten Pekka Salminen, weil diese Orgel hinter einer Wand einzubauen wäre.

    Demnächst soll beispielsweise mit der Orgelkommission, zu der unter anderem mehrere Organisten gehören, über die Möglichkeiten beraten werden. Allerdings brauche man, wenn man Fachleute einbeziehe, zusätzliche Mittel, die nicht geplant sind. Der Freundeskreis habe angeregt, um größere Sponsoren aus der Wirtschaft zu werben, aber dafür müsse erst ein Konzept her, so Riemer.

    Foto: Dieser Entwurf von Pekka Salminen zeigt eine mögliche Orgel in der Konzertkirche und hängt als Bild an der Bürowand des Oberbürgermeisters. (Duchow)

  • Diese Jugend von heute...

    Wer die Schule mit guten Noten und einer positiven Einstellung verlässt, habe gute Chancen auf einen angemessen bezahlten Ausbildungsplatz in seinem Wunschberuf. Das wurde bei der jüngsten Diskussion des CDU-Stammtisches im Hotel Radisson blu deutlich. Die Christdemokraten hatten sich für ihre thematische Runde Gisela Lübs von de Arbeitsagentur eingeladen.

    Diese hatte aktuelle Zahlen parat: Im Agenturbezirk bestehe momentan ein ausgewogenes Verhältnis von jeweils 1800 Bewerbern zu Ausbildungsstellen. Die Zahl der unbesetzten Stellen übersteige die Zahl der 937 unversorgten Bewerber mit 76 sogar leicht. In der Viertorestadt werden sogar deutlich mehr Ausbildungsplätze (543) angeboten als hier Bewerber vorhanden sind (365).

    Nach wie vor gebe es aber die Kritik der Ausbildungsbetriebe an der ungenügenden Ausbildungsreife vieler Bewerber, informierte CDU-Kreisvorsitzender Frank Benischke über die Veranstaltung. Insbesondere bei Grundeinstellungen wie Pünktlichkeit und Korrektheit im Auftreten sowie der Fähigkeit, die komplexen Aufgaben in heutigen Unternehmen zu erfassen, bestünden erhebliche Defizite. Dies werde zum Teil auch auf fehlende Kenntnisse der Lehrkräfte zurückgeführt.

    Es sei sinnvoll, die Berufsfrühorientierung auf hohem Niveau fortzusetzen, die Jugendlichen früh mit den Unternehmen in Kontakt zu bringen und Praktika anzubieten. Letztere wären auch für Lehrer sinnvoll, hieß es.

  • Elfgeschosser am Lindetalcenter wird doch nicht abgerissen!

    Die Oststadt wird in den nächsten Jahren ihr Gesicht weiter verändern. Einen wichtigen Akzent setzt die Neuwoges bis zum Jahr 2016 mit dem Umbau des Elfgeschossers Juri-Gagarin-Ring 10 bis 16 gegenüber dem Lindetalcenter.

    Seit Jahren war eigentlich der Abriss des Gebäudes geplant. Deshalb sind jetzt auch nur noch 118 der insgesamt 200 Wohnungen belegt, sagte gestern Neuwoges-Geschäftsführer Frank Benischke. Die Abrisspläne hatten nicht nur mit inzwischen überholten Bevölkerungsprognosen zu tun, sondern auch mit der ungünstigen Bauart. So habe er keine Balkons, Keilwohnungen und Einraumwohnungen ohne Schlafnischen. Auch die Tatsache, dass zwei von vier Fahrstühlen nicht auf jeder Etage halten, habe das Haus für viele unattraktiv gemacht.

    Mittlerweile nehme die Nachfrage nach Wohnraum aber wieder zu, vor allem für seniorengerechte Wohnungen. Zudem empfehlen die Stadtplaner, das Zentrum der Oststadt zu stärken und eher von den Rändern des Wohngebietes her abzureißen.

    Mehr zum Thema in unserer Sonnabendausgabe!

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.