Allen Beteiligten ist am Montagabend ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen, als die Polizei endlich die frohe Botschaft verkünden konnte: Jeanette S. ist gefunden worden. Die 29 Jahre alte Frau wurde in Neubrandenburg in der Wohnung eines Bekannten entdeckt, für die sie einen Schlüssel besaß.

Ganz offensichtlich, so eine Polizeisprecherin heute auf Nachfrage, habe sie die geplante Reise zu den Eltern nach Malchow am 1. April nicht angetreten, sondern sei entgegen allen geäußerten Plänen doch in der Viertorestadt geblieben. Die Mutter der jungen Frau in der Inselstadt sagte heute dem Nordkurier, dass sie sich bei allen, die bei der Suche nach ihrer Tochter geholfen hätten, bedanken möchte. Mehr wollte die Malchowerin, ganz verständlich, heute nach der bangen Woche voller Sorgen nicht sagen.

Wie es von der Polizei weiter hieß, sei der Wohnungsinhaber, in dessen Quartier die Vermisste gefunden wurde, mehrere Tage nicht daheim gewesen und hat seine Bekannte erst am Montag vorgefunden und die Polizei verständigt. Die junge Frau habe sich nicht über die gesamte Zeit in der Wohnung aufgehalten. Sie habe zu ihrem bisherigen Aufenthalt bislang widersprüchliche Angaben gemacht. Auf alle Fälle sei die Neubrandenburgerin nicht verletzt, auch die Einwirkung von Drogen könne ausgeschlossen werden. Es gebe keine Anzeichen für eine Straftat. Alle anderen Umstände, so die Polizei, werden noch geprüft.

Noch sei die 29-Jährige nicht in vollem Umfang vernehmungsfähig, sei aber schon aus der Klinik entlassen worden. Selbstständig will sie sich jetzt in psychlogische Behandlung begeben. Die lange Suche nach der Frau aus der Viertorestadt in Neubrandenburg und in der Müritzregion war von verzweifelten Aufrufen ihrer Freunde und Bekannten begleitet, die über das soziale Netzwerk Facebook zur Mithilfe aufriefen und binnen kurzer Zeit zahlreiche Flugblätter in der Region verteilten.

Die Facebook-Gruppe "Wo ist Jette“ fand innerhalb einer Woche 9000 Mitglieder. Hier diskutierte man öffentlich, wer „Jette“, wie sie von ihren Freunden genannt wird, zuletzt und wo gesehen hatte und organisierte Flugblattaktionen. Dies dürfte zumindest in der hiesigen Region eine einmalige Form von „Fahndung“ nach einer Vermissten gewesen sein.