Sie brechen Bungalows und Lauben auf, reißen dort Kabel aus den Wänden, montieren Dachrinnen aus Kupfer ab, sie bauen armstarke Kabel aus Windkraftanlagen aus, ja selbst Kunstwerke aus Bronze, wie die Büste des Troja-Entdeckers Schliemann oder Metallverzierungen von Gräbern, werden mit der Flex zerschnitten. Auf der Suche nach Buntmetall machen Diebe vor fast nichts mehr halt. „Wir registrieren ein Zunahme dieser Straftaten, es ist aber kein spezielles Problem im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte“, sagt der Leiter der Kriminalkommissariate in der Polizeiinspektion Neubrandenburg, Hanno Lüders. Buntmetalldiebe beschäftigen die Polizei derzeit landesweit. Der angerichtete Schaden geht zum Teil in die Hunderttausende, wie ein Beispiel zeigt, wo Diebe aus einer fast 100 Meter hohen Windkraftanlage in der Nähe Neubrandenburgs die Kabel ausgebaut und mit der Axt zerstückelt haben.

Erschwert werde die Aufklärung, weil das gestohlene Buntmetall oftmals in anderen Bundesländern oder sogar Osteuropa verkauft würde. Die Polizei hätte es viel einfacher, wenn sich Schrotthändler die Ausweise der Verkäufer vorlegen lassen würden. Eine Vorschrift dazu gebe es aber nicht, so Lüders.

Die zunehmende Anzahl von Einbrüchen in Gartenlauben und Bungalows in der gesamten Seenplatte gehe im Moment auf das Konto der Buntmetalldiebe. „Sie stehlen Kabeltrommeln und Verlängerungsschnüre, reißen sogar die Kupferkabel aus den Wänden, lassen aber vermeintliche Wertsachen wie Fernseher und Receiver stehen, erzählt Hauptkommissar Nicol Wickhusen. Schwerpunkte seien in Neubrandenburg die großen Gartenanlagen in der Nordwest-Stadt. Ähnliche Tathergänge gebe es in Waren und Neustrelitz. Eine Zunahme von Einbrüchen registrierte die Polizei jährlich im Herbst. Diebe nutzen hat Gelegenheiten, weil sich viel weniger Leute in den Gartenanlagen befinden würden. Nur in diesem Jahr sei das „Beuteschema“ ein völlig Neues. Grundsätzlich empfiehlt die Sprecherin der Polizei, Verena Splettstößer, Bungalow-Besitzern, Wertsachen besser sicher zu Hause zu lagern.

Lüders ist sich sicher, dass die Polizei manchen Dieb bei etwas mehr Aufmerksamkeit der Bürger schneller greifen könnte. So wurden zwar unlängst Anwohner in einer Neubrandenburger Gartenanlage durch ungewöhnliche Geräusche nachts aufgeweckt – Diebe waren auf der Suche nach Buntmetall –, leider sei die Polizei nicht rechtzeitig gerufen worden. Lüders empfiehlt lieber einmal mehr als einmal zu wenig, wenn etwas nicht „koscher“ erscheine, die 110 zu wählen. Sollte sich ein Hinweis als „blinder Alarm“ herausstellen, habe der Anrufer keinen Nachteil daraus, macht er deutlich. Den Streifenwagenbesatzungen in Uniform als auch den Beamten, die in jeder Nacht mit Zivilfahrzeugen unterwegs seien würde es helfen, Dieben schneller auf die Spur zu kommen, Straftaten aufzuklären und zu verhindern.