Nun mussten die Kraftfahrer es wirklich glauben: Die Lindenhofer Straße zwischen Ortsausgang Neubrandenburg und Lindenhof ist dicht. Eine dicke Eiche, die sich weit in den Straßenraum geneigt hatte, stürzte heute Vormittag beim Fällen nicht wie vorgesehen in den Wald, sondern über den Damm. Sie stand wie mehrere Bäume der geplanten Verbreiterung der Straße auf sechs Meter im Wege.
Doch bevor die Männer aus dem Forstamt Hohenzieritz, die den Auftrag am Privatwald erledigen sollten, die Säge anwerfen konnten, mussten sie die Polizei zu Hilfe rufen. Obwohl am Ortsschild Neubrandenburg und in Lindenhof die Straße gesperrt ist – eine nur für Baufahrzeuge zugelassene Zufahrt blieb –, gaben die Autofahrer Gas, bis die Polizei schließlich Knöllchen verteilte. „Wie soll ich sonst in meinen Garten kommen“, hieß es unter anderem zur Begründung.
Der eigentlich lang ersehnte Ausbau der Kreisstraße MST 35 zwischen Lindenhof und Neubrandenburg auf einer Länge von 882 Metern mit Asphalt ist für viele Pendler zwischen Burg Stargard und der Viertorestadt nun vorerst „eine mittlere Katastrophe“, denn er ist mit einer Vollsperrung verbunden. Bis zum 3. Juni 2011 – die Umleitungsschilder in der Steinstraße weisen noch den 31. Juli aus – müssen täglich tausende Fahrzeuge die ausgeschilderte Umleitung (U 3) von Burg Stargard über Bargensdorf, Fünfeichen nach Neubrandenburg bzw. umgekehrt und damit einen viel längeren Weg nehmen.
Daran wird auch das Schreiben von Gewerbetreibenden an den Landrat nichts ändern. „Wir wissen, dass es nicht einfach ist, aber da müssen alle durch. Es geht um sechs Wochen. Das ist durchzustehen“, sagte gestern die Pressesprecherin des Landratsamtes Mecklenburg-Strelitz, Haidrun Pergande. Bei halbseitiger Sperrung würde sich die Bauzeit deutlich verlängern, die gesamte Technologie wäre umzustellen und es würde viel teurer werden. Deshalb bleibe es bei der Vollsperrung.
Die Lindenhofer Straße auf Neubrandenburger Stadtgebiet wird zwischen der Schlosserei Heppner und Einfahrt Förster-Frimel-Straße bei halbseitiger Sperrung und Baustellenampel seit August 2010 saniert. Bis zum 31. Mai sollen der restliche Abschnitt stadteinwärts ab Waldfriedhof, die Zufahrt zum Friedhof und das Stück bis zur Einfahrt ins neue Wohngebiet grundhaft ausgebaut sein.
Das Verkehrskonzept zur Koordinierung der Straßenbaumaßnahmen sieht den zweiten Bauabschnitt zwischen Frimelstraße und Stadtausgang für 2013 vor. Für 2011 ist noch geplant, auf die Kreuzung mit der Carlshöher, Stein- und Quarzstraße einen Kreisel zu setzen. Derzeit wird aber geprüft, ob Kreisel und zweiter Bauabschnitt zeitlich noch zu tauschen sind.













