• Studie über "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" in NB

    Fast ein Fünftel der Neubrandenburger würde seine Wohnung niemals an Homosexuelle vermieten, mehr als 11 Prozent denken, dass die Weißen zu Recht führend in der Welt seien. Solche und andere Zahlen hat eine Studie der Uni Bielefeld ergeben, bei der schon der Name der wissenschaftlichen Arbeit aufhorchen lässt: "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und bürgerschaftliches Engagement in der Stadt Neubrandenburg".

    Im Mittelpunkt der sehr umfangreichen und detaillierten Studie stand allerdings nicht nur die Viertorestadt, sondern insgesamt sechs Städte in Ostdeutschland, unter anderem auch Anklam, Wernigerode und Borna. Insgesamt wurden 2414 Personen im Alter zwischen 17 und 94 Jahren telefonisch befragt, aus Neubrandenburg haben 311 Personen teilgenommen, das Durchschnittsalter betrug 51 Jahre.

    Schaut man sich die Ergebnisse der Studie an, erweist sich Neubrandenburg im Direktvergleich noch als toleranteste und offenste der sechs Städte. Im Fazit der Arbeit, die unter der Aufsicht des Professors Wilhelm Heitmeyer entstand, wird unter anderem festgehalten, dass die Neubrandenburger eine gewisse Sinnlosigkeit von Engagement vor Ort sehen.

    An diesem Punkt will nun das Neubrandenburger Regionalzentrum für demokratische Kultur ansetzen und den Fokus auf die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements in den untersuchten Vierteln legen. Die Ausgangsbasis ist dafür gar nicht so schlecht: Denn immerhin ergab die Studie auch, dass weit über 60 Prozent der Befragten aus Neubrandenburg es für sinnvoll halten, sich lokal politisch zu betätigen. Die Mehrzahl fühle sich im Wohnumfeld aufgehoben und nehme auch eine Verbundenheit innerhalb der Nachbarschaft wahr. Über ein Drittel der Befragten, die derzeit nicht am lokal organisierten Zusammenleben teilhaben, zeige Bereitschaft, sich zu engagieren vorzugsweise in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in anderen sozialen Bereichen. Zwei Drittel seien bereit, sich gegen Rechtsextremismus zu einzusetzen.

    Die Studie wird am Freitag um 17 Uhr öffentlich im Jugendklub "Zebra" im Reitbahnviertel vorgestellt. Dabei wird auch auf die speziellen Ergebnisse der Studie vom Reitbahnviertel eingegangen. Auf dem Datzeberg und im Katharinenviertel sollen ähnliche Veranstaltungen folgen.

    Mehr am Freitag im NK

  • 25-Jähriger mit Schweinegrippe auf der Intensivstation

    Ein Mann, der positiv auf den Erreger der Schweinegrippe H1N1 getestet wurde, liegt heute in einem lebensbedrohlichem Zustand auf der Intensivstation des Neubrandenburger Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums. Das bestätigte Anett Seidel, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit am Klinikum. Bei dem schwer erkrankten Patienten handele sich um einen 25-Jährigen. Ob allerdings ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen seinem jetzigen lebensbedrohlichen Zustand und der Schweinegrippe besteht, ist letztendlich nicht geklärt, sagte Anett Seidel. Nach Angaben der Angehörigen habe sich der Neubrandenburger schon Tage vor dem stationären Aufenthalt nicht wohl gefühlt.

    Auf eine Pandemie wäre das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum vorbereitet. Anett Seidel teilte mit: Es existiert eine Notfallplanung. Diese lege unter anderem Verantwortlichkeiten, spezielle Anforderungen an die Krankenhaushygiene, Absperrungen, persönliche Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter sowie Desinfektions- und Entsorgungsmaßnahmen bis ins Detail fest. Selbst Ver- und Entsorgungswege seien speziell den Gegebenheiten im Klinikum angepasst. Für eine Isolierung wäre das Haus C vorgesehen.

    In Neubrandenburg sind seit Beginn der neuen Krankheitswelle 21 Fälle von Schweinegrippe beim Gesundheitsamt registriert worden, verlautete heute aus der Pressestelle der Stadtverwaltung. Drei Viertorestädter hätten bisher stationär behandelt werden müssen.

    Mehr am Freitag im NK

  • Theater: Insolvenz droht nicht

    Der Geschäftsführer der Theater und Orchester GmbH, Dirk Rautmann, ist Befürchtungen entgegengetreten, dass die Bühne womöglich im Januar Insolvenz anmelden müsse. Hintergrund der in Gesellschafterkreisen aufgeflammten Sorge ist das Bestreben des Neubrandenburger Oberbürgermeisters Paul Krüger (CDU), den Zuschussanteil der Viertorestadt zu reduzieren. Aus diesem Grund hat Krüger sich auch entgegen dem Beschluss der Stadtvertretung bisher geweigert, den öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Land für die Jahre 2010 bis 2013 zu unterzeichnen (der Nordkurier berichtete).

    Mit den Unterschriften aus Neustrelitz und Mecklenburg- Strelitz betrachte indessen das Land seinen Part als bindend, bekräftigte Rautmann gestern. Um mit der Stadt Neubrandenburg übereinzukommen, blieben noch sechs Wochen Zeit: „Das können sechs lange, aber auch sechs kurze Wochen sein“, so der Geschäftsführer. Der dem Aufsichtsrat vorgelegte Wirtschaftsplan für 2010 ermögliche eine solide Haushaltsführung, wenn von stabilen Betriebskostenzuschüssen ausgegangen werden könne. Auch gegenüber der Stadt Neubrandenburg sei diese Notwendigkeit artikuliert worden. Solange von dort keine Zahlen genannt würden, sei er auch nicht bereit, die Insolvenz in Betracht zu ziehen – auch wenn die Geschäftsführung „alle Szenarien durchspiele“.

    Neubrandenburgs Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) indes rückt nicht ab von seiner Position. Es sei ein gerechteres Finanzierungsmodell nötig, das die Viertorestadt, Mecklenburg- Strelitz und Neustrelitz angemessen beteilige. Zurzeit zahle Neubrandenburg knapp 74 Prozent, die beiden anderen Hauptgesellschafter gemeinsam rund 25 Prozent des kommunalen Anteils. „Wenn wir uns jetzt nicht einigen, sind wir ewig der Dumme“, sagt Paul Krüger.

    Mehr am Donnerstag im Nordkurier

  • Mehr Touristen in der Stadt

    Die Stadt Neubrandenburg hat bei den Tourismuszahlen in diesem Jahr wieder etwas zugelegt. Wie das Statistische Landesamt jetzt mitteilte, sind von Januar bis September 2009 insgesamt 103 039 Übernachtungen in Neubrandenburger Hotels und Pensionen gebucht worden. Das entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 13,7 Prozent. Im Durchschnitt blieben die Gäste 1,9 Nächte in der Viertorestadt. Damit haben sich die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr wieder fast ausgeglichen. Von 2007 zu 2008 waren die Übernachtungszahlen um 14,1 Prozent gefallen.

    Gegenüber den anderen Landkreisen und kreisfreien Städten hängt Neubrandenburg aber immer noch die rote Laterne raus. Landesweit verzeichnete man in dem Zeitraum 24,2 Millionen Übernachtungen, allein der Nachbar-Landkreis Mecklenburg-Strelitz verbuchte 1,05 Millionen Übernachtungen und ein Wachstum von 6,7 Prozent. Vergleichbare Städte wie Greifswald oder Stralsund zählten 178 000 beziehungsweise 304 000 Übernachtungen.

  • Kritik an Ringsperrung

    PFLASTERARBEITEN

    Gießt es nicht wie aus Eimern, schütten die Straßenbauer auf dem Friedrich-Engels-Ring ab Mittwoch bis einschließlich Freitag 46 Zentimeter dick Asphalt in die Innenspur. Insgesamt 2800 Tonnen für Trag-, Binde- und Deckschicht. Fast 1000 Tonnen Asphalt sind täglich zwischen 7 und 18 Uhr zu verarbeiten. Um nur eine Woche wird die Gesamtbauzeit überzogen. Das sei für solch ein Stück Straße unerheblich, resümiert die Bauleitung. In der 50. Kalenderwoche, die beginnt am 7. Dezember, soll das Straßenbauvorhaben zwischen Lohmühle und Pferdemarkt abgeschlossen werden. Das schreibt unser Reporter Reinhard Wehden in unserer morgigen Ausgabe.

    Doch jetzt wird es zumindest für die Fußgänger drei Tage lang noch einmal mühselig. Am Stargarder Tor fällt die Umleitungstour ab Mittwoch relativ kurz aus. Wer aus der Neustrelitzer Straße Richtung Stadtzentrum will oder die umgekehrte Richtung einschlägt, wird nahe der Lohmühle bei der Linde über den Engelsring geführt. Mit Unterstützung der Polizei soll der Verkehr dort geregelt werden. Im Bereich Turmstraße/Rathaus wird tagsüber während der Bauzeit der Umweg länger. Er führt über den Pferdemarkt. Nach Arbeitsschluss der Straßenbauer gegen 18 Uhr soll ein provisorischer Fußgängersteg über den frischen Asphalt führen. Der sei aber nichts für Rollstuhlfahrer, Rollator oder Kinderwagen, schätzt Arenhövel ein.

    „Durch drei Tage Sperrung am Stück wird die Turmstraße zur Sackgasse. Gerade jene Kunden, die von den Bushaltestellen kommen und durch die Turmstraße gehen, werden den Händler schmerzhaft fehlen. Zumal es ja auch um frequenzstarke Tage geht“, kritisiert Jürgen Robbel, Chef der Back-Factory und Vorstandsmitglied der Werbegemeinschaft Innenstadt, den geplanten Ablauf der Asphaltierung im Namen der Händlerschaft. Nur stundenweise Sperrung, das Arbeiten in Abschnitten wie bei der Außenspur oder nur des nachts hätten aus seiner Sicht die Problemlösung sein müssen.

    Doch Bauoberleiter Tom Arenhövel verweist darauf, dass es „auf der Baustelle keinen Tag Luft“ gebe. Man schaue immer wieder sorgenvoll auf den Wetterbericht und müsse rasch fertig werden.

    Der ganze Bericht am Dienstag im NK

    Foto: Harte Arbeit bei Wind und Wetter: Klaus Stier (vorne) und Klaus Bruhn (rechts) setzen Natursteine in den Fußweg am Ring. Zusammen mit ihren Kollegen pflastern sie zurzeit am Abzweig Neustrelitzer Straße den Bürgersteig. Foto: T.Lemke

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